Diese Burg ist hoch, aber kein Osterwitz

Burg Hochosterwitz in St. Georgen am Längsee

Ein Beitrag von Georg Deflorian (SüdSehnSucht)

Wozu immer weit wegfahren, wenn man in Kärnten so viele schöne Ausflugsziele hat? Und die noch dazu so schnell zu erreichen sind. Auf der Fahrt zur Burg Hochosterwitz meinte die kleine Nichte mit fragenden Augen, der Name hätte sicher etwas mit Ostern und einem Witz zu tun.

Interessant, welche Assoziationen Kinder mit so einem Wahrzeichen Kärntens haben können. Als schnelle Antwort fiel uns nur ein: „Nein, mit Ostern und einem Witz hat das nichts zu tun.“ Eine Antwort, mit dem das wissbegierige Kind sicher total zufrieden war…
Die Burg Hochosterwitz, das ist ein Pflichtprogramm für Kärntner Familien und deren Kinder. Und das seit Generationen. Aber auch für viele Touristen ist diese Festung ein Anziehungspunkt, wie die Autokennzeichen am Parkplatz beweisen.

Der Blick zur Burgkirche: Alles ist hier sehr gepflegt und muss laufend in Stand gehalten werden.
© SüdSehnSucht

Zu erreichen ist die Burg ganz einfach. Von Klagenfurt kommend, biegt man von der Klagenfurter Schnellstraße S 37 bei Sankt Veit Süd ab, nimmt Kurs Richtung Sankt Donat. Dort geht es links weg zur Burg Hochosterwitz.

Von Friesach, Treibach oder Wien kommend, kann man die Ausfahrt Sankt Veit nehmen und sich dann Richtung Launsdorf – den Motorsportfans auch durch die legendären Motocross-WM-Läufe bis Mitte der 1980er bekannt – orientieren. Bald taucht die Burg wie in einem Märchen auf.

Es ist eine Festung mit Geschichte, wie es auf der offiziellen Website geschrieben steht. Man erfährt hier viel über die Familie Khevenhüller, in deren Besitz die Burg seit 1541 ist. Wer weniger an einem Teil der Geschichte unseres Bundeslandes interessiert ist, kann hier zumindest Mittelkärnten mit der „Hauptstadt“ Sankt Veit an der Glan aus unzähligen Perspektiven betrachten.

Das erste Tor wird Fähnrichtor genannt. Dann hat man nur noch 13 Tore vor sich.
© SüdSehnSucht

Auch die Saualm liefert hier Nahrung für schöne Bilder im Kopf. Weiters wird die Burg von der Nordflanke des Magdalensberges eingerahmt. Es ist eine einzigartige Umgebung im wahrsten Sinn des Wortes und erinnert in manchen Blickfeldern ein bisschen an die Toskana.

14 Tore sind es, die es zu durchwandern gilt, wenn man zu Fuß die auf einem rund 160 Meter hohen Felsen liegende Burg erreichen möchte. Für gehbehinderte und ältere Menschen wurde Mitte August 2017 der Lift neu eröffnet. Eine sinnvolle Alternative. Wer es aber schafft, sollte sich den Aufstieg zur Burg nicht entgehen lassen.

Wer es schafft, sollte den Weg nach oben zu Fuß erledigen. Das lohnt sich.
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Ein Ausflug mit vielfältigen Möglichkeiten

Heute ist die ob ihrer Lage und Bauweise einst als uneinnehmbare Festung geltende Sehenswürdigkeit sehr wohl einnehmbar. Vorausgesetzt man zahlt den Eintritt. Die Drehkreuze beim Eingang sind die einzige wirkliche Hürde, die es zu überwinden gilt. Der Eintritt – so versichert Burgherr Karl Khevenhüller-Metsch – wird rein für die Erhaltung eingesetzt. Und hier gibt es wahrlich viel zu erhalten.

Als Alternative gibt es einen neuen Lift, der die Menschen nach oben zur Burg bringt.
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Wenn man alle Tore vom Fähnrichtor über das Landschaftstor bis zum Kulmertor passiert hat und oben angekommen ist, hat man mehrere Möglichkeiten. Man kann im Atelier Kunst bestaunen. Man kann sich im Museum über spektakuläre Ritterrüstungen, die Waffenkammer, Kanonen und auch schriftliche Zeugnisse von der Entwicklung der Burg und dem Einfluss der Khevenhüller informieren. Man kann einfach die Aussicht genießen. Und man kann im Burghof ein feines Essen zu sich nehmen. Auf der Website kann man sich über die aktuellen Veranstaltungen ein Bild machen. Auch mittelalterliche Feste kann man hier feiern.

Ein Besuch auf der Burg Hochosterwitz hat einmal mehr bewiesen: Sie ist und bleibt ein Pflichtprogramm, das man auch mehrmals absolvieren kann. Und das ist kein Osterwitz.

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Dieser Beitrag wurde bereitgestellt von Georg Deflorian, dem Betreiber des Alpe Adria Blogs SüdSehnSucht.

Die Sehnsucht nach dem Süden zog Georg Deflorian und seine Frau nach langem Aufenthalt in Wien wieder in die Kärntner Heimat. Er sammelt in seinem Blog Eindrücke, Beobachtungen, Gefühle und Bilder der wunderbaren Alpe-Adria-Region und bietet damit eine neue spannende Perspektive über diese extrem lebens- und liebenswerte Region.